Entstehungsgeschichte zur Veranstaltung

Ein Weg von der Idee zum Ort

Begegnung und Ort

Manche besonderen Projekte entstehen eher zufällig als geplant.
So führte mich mein Weg zu den Werkstattwochen nach Lüben.

Die Werkstattwochen gibt es dort seit 1991.
Sie sind eine besondere Plattform der Begegnung – für Kunst ebenso wie für Themen unseres Lebens, die uns bewegen.

Die Begegnung mit der Künstlerin

In Lüben begegnete ich der Künstlerin Manuela Karin Knaut.
Sie arbeitete in einer alten Scheune an einer Installation – einer schlichten Scheune, wie ich sie auch aus meinem Heimatdorf Knesebeck kenne: einfach, alt, voller Geschichte und Erinnerungen. Ein Ort, der Vergangenheit in sich trägt und zugleich Raum für Neues lässt.

Sie erzählte mir, wie zufrieden sie mit dem Raum und seinem Ambiente sei.
Lediglich ein paar kleine Lichtquellen, die sich noch in ihrer Galerie in Braunschweig befanden, hätten ihr dort zusätzlich geholfen.

„Da KUNST du mi gliek mal een utgeben.“

Das Gespräch

Ich bot an, eine Lampe beizusteuern, die ich noch zu Hause hatte.
Zur Übergabe fuhr ich nicht allein – meine Mutter begleitete mich.

Auf dem Weg nach Lüben fragte sie mich mehrfach, wohin wir eigentlich unterwegs seien.
Ich erklärte ihr, dass wir zu den Werkstattwochen fahren und einer Installationskünstlerin mit einer Lampe helfen wollten.

Daraufhin sagte sie auf Plattdeutsch:
„Da kunst du mi gliek mal een utgeben.“

Ein Satz mit Humor – und voller Erinnerung.

Das Thema Demenz

So kamen wir ins Gespräch über Alzheimer und Demenz.
Aus der Perspektive einer Angehörigen ist dieses Thema für mich sehr nah.
Wir alle sind in unserem Leben von Menschen umgeben, die von Demenz betroffen sind – als Erkrankte, als Angehörige oder als Begleitende.

Die Ausstellung „the old Ladies“

Manuela Karin Knaut erzählte mir daraufhin, dass sie sich mit diesem Thema bereits künstlerisch auseinandergesetzt hatte.
So entstand die Ausstellung „the old Ladies“ – eine Ausstellung rund um das Thema Erinnerung, die erstmals 2014 in Nürnberg gezeigt wurde.

In den folgenden Jahren konnte die Ausstellung nur selten präsentiert werden.
Nicht aus Mangel an Interesse, sondern weil es lange keinen finanzierbaren Ort gab, der Besucher anzieht und der Künstlerin zugleich ein faires Honorar ermöglicht.

Das Gutshaus öffnet sich für „the old Ladies“

Heute hat „the old Ladies“ hier einen solchen Ort gefunden.

Mein besonderer Dank gilt Johannes Harms,
der als Vertreter der Eigentümer des Gutshauses in Klein Oesingen
für den geplanten Zeitraum spontan und kurzfristig Ausstellungsräume zur Verfügung stellte.

Da die Eröffnung einer weiteren Senioren-WG dort erst für den Herbst 2026 geplant ist,
konnte dieser Ort nun für die Ausstellung genutzt werden.

Johannes Harms freut sich auf die Ausstellung,
begleitet von interessanten Vorträgen und anregenden Gesprächen.
So wird das Gutshaus zu einem Ort der Begegnung.

Einladung und Unterstützung

Die Ausstellung richtet sich an alle Menschen:
an Kunstinteressierte ebenso wie an Angehörige und Betroffene.

Dank der Unterstützung von Sponsoren ist der Eintritt frei.
Zusätzliche Einnahmen kommen der Demenzforschung des DZNE zugute.

So verbindet diese Ausstellung Kunst, Erinnerung und gesellschaftliche Verantwortung
und lädt zum Innehalten, zum Austausch und zum Gespräch ein.

Ausblick: Werkstattwochen Lüben

Die Ausstellung möchte außerdem neugierig machen auf weitere Kunst in der Region.
Im Sommer finden erneut die Werkstattwochen in Lüben statt.
Sie laden dazu ein, Kunst zu erleben
und über Themen ins Gespräch zu kommen, die uns im Leben bewegen.