WAS BLEIBT ist aus meinem Wunsch nach Begegnung entstanden – nach Momenten, die uns den Zugang zu noch immer unheilbaren Krankheiten öffnen. Im Mittelpunkt steht Demenz: eine Erkrankung, die Betroffene und Angehörige zutiefst fordert und unser menschliches Miteinander unverzichtbar macht.
Diese Veranstaltung versteht sich als Chance, die aus einer Krise entstanden ist – eine Chance, die Raum für Wahrnehmung, Austausch und Hoffnung gibt. Sie lädt dazu ein, Demenz sichtbar zu machen, nicht wegzusehen und den Glauben an eine bislang noch nicht entdeckte Heilungsmöglichkeit lebendig zu halten. Man braucht also Vertrauen und auch Kreativität.
Kreativität wie sie auch in künstlerischen Werken zum Ausdruck gebracht wird, ist ein wichtiges Thema in meinem Leben. Es braucht Mut, Motivation, Können, Leidenschaft und Akzeptanz. In der Begegnung mit der Braunschweiger Künstlerin Manuela Karin Knaut wurde dies spürbar und mit ihrer Ausstellung THE OLD LADIES hat sie ein Werk geschaffen, das Raum braucht. Daraus entstand der Impuls für ein gemeinsames Projekt, in dem Kunst Brücken schlägt – zwischen Menschen, Emotionen und Möglichkeiten. Auch die Vorträge zu Demenz und Pflege sind Teil dieser Brücken: Sie verbinden Wissen mit Erfahrung, Forschung mit Alltag und geben Orientierung, Halt und neue Perspektiven.
Alzheimer ist eine Form der Demenz. Wir müssen lernen, mit dieser Erkrankung umzugehen und Personen wertschätzend im Rahmen ihrer Fähigkeiten bei uns zu halten, um ihren Lebensmut und ihre Lebensfreude zu bewahren. Wenn sie lachen, lachen wir mit. Wenn sie dankbar sind, spüren wir Vertrauen. In diesen Momenten wird deutlich, was bleibt: Nähe, Verbundenheit und das gemeinsame Erleben im Hier und Jetzt.
Sabine Wildgruber
